Dr. Elisabeth Dickmann

Texte

Elisabeth Dickmann
Hedwig Hintze: Kein Ort - nirgends*
Vortrag anlässlich der Konferenz 100 Jahre Frauen in der Wissenschaft an der Universität Bremen im Februar 1997

Die Wahl der Überschrift dieses Beitrags erfolgt in bewusster Anlehnung an den bekannten Titel von Christa Wolf. Es geht in der Diskussion bei unserer Tagung um Orte und Ortsbestimmungen, um Frauen, die sich die Zutrittsberechtigung zu den Orten der Wissenschaft mühsam erkämpfen und nachhaltig weiter verteidigen mussten, und es geht um Frauen, die aus diesen Orten wieder vertrieben wurden und damit - so scheint es - aus dem Gedächtnis der Fachkollegen und aus der wissenschaftlichen Tradition verschwunden sind. Die Erinnerung an eine vertriebene, vergessene und aus der Fachtradition verdrängte deutsche Historikerin von herausragender Bedeutung scheint heute überfällig.

"Zum selbstverständlichen Allgemeinwissen von HistorikerInnen", schreibt Eva Schöck-Quinteros 1995, "gehört die Kenntnis über Leben und Werk von Hedwig Hintze noch nicht, obwohl ihre Biographie unter vielerlei Aspekten paradigmatisch für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ist" (1). Erst 33 Jahre nach ihrem Tod beschäftigte sich die Geschichtswissenschaft in der ehemaligen DDR mit ihrem Leben und Werk in der engagierten Studie von Hans Schleier in dem Sammelband: Die deutsche Geschichtsschreibung der Weimarer Republik.(2) Schleier suchte nach den Spuren des Lebens und Wirkens von Hedwig Hintze in den Berliner Universitätsakten und nach der Resonanz auf ihre Publikationen. Die wenigen handschriftlichen Quellen, die sich zumeist im Besitz Gerhard Oestreichs befanden, der über eine Neuedition der Schriften Otto Hintzes auf die wissenschaftliche Tätigkeit von dessen Ehefrau stieß und begann, Zeugnisse aus dem Privatleben des Ehepaars zu sammeln, wurden der Öffentlichkeit aber erst zehn Jahre nach dem Aufsatz von Hans Schleier durch die von Sympathie getragene Veröffentlichung Brigitta Oestreichs bekannt (3). Danach folgten 11 weitere kleinere Studien über Werk und Leben der Hedwig Hintze, die immer mehr Details ans Tageslicht brachten, jedoch werden wir für eine umfassendere Biographie erst die Publikation des privaten, noch vorhandenen Quellenmaterials abwarten müssen, die Brigitta Oestreich vorbereitet (4). In dem Themenzusammenhang, der auf diesem Kongress zur Verhandlung steht, werden die Aspekte der wissenschaftlichen Biographie Hedwig Hintzes in den Vordergund gerückt.

1981 hat Hans-Jörg Puhle die bekannte Frage gestellt: Warum gibt es so wenige Historikerinnen? und verwies in seinem vieldiskutierten Aufsatz auch auf Hedwig Hintze (5), der er außergewöhnliche Qualitäten bescheinigte. Übereinstimmend meinen alle Hintze-ForscherInnen heute, es sei eigentlich unbegreiflich und sehr erklärungsbedürftig, warum Hedwig Hintze in der geschichtswissenschaftlichen scientific community so völlig in Vergessenheit geraten sei. Eigentlich könnten wir erwarten, daß sie zumindest von Spezialisten der französischen Geschichte, vor allem in der Revolutionsforschung seit Ende des Krieges rezipiert worden sei. Aber hier erleben wir herbe Enttäuschungen. In keiner nennenswerten Publikation zur Französischen Revolution, bereits von 1930 an bis heute, weder in der deutschen, noch der französischen, noch in der US-amerikanischen Forschung spielt der Name Hedwig Hintze eine nennenswerte Rolle, worauf weiter unten noch eingegangen wird.

Nun wissen wir ja, daß das Nachdenken der Geschichtswissenschaft über die eigene Zunft und deren Existenz im Nationalsozialismus aus bekannten Gründen in der BRD erst spät einsetzte. Für die DDR hatte, was die Erinnerung an die Vertreibung der jüdischen WissenschaftlerInnen anlangt, der oben erwähnte Historiker Hans Schleier aber auch erst 1975 einen hoffnungsvollen Anfang gesetzt, bei dem es dann zunächst weitgehend geblieben war. In der BRD sah es damit noch Jahrzehnte nach Kriegsende nicht gut aus. Die zur Emigration gezwungene Hedwig Hintze finden wir nur bei Georg Iggers: Deutsche Geschichtswissenschaft von 1971 (6) einmal erwähnt - als von der Universität verwiesene Frau des Otto Hintze - , aber ihre eigene Forschungs- und Lehrtätigkeit ist anscheinend nicht ins Blickfeld geraten. Sie taucht nicht einmal im Namensregister auf. Iggers Berichterstattung konzentriert sich allerdings auf die Professorenschaft, und zu diesem Kreis zählte die Privatdozentin Hedwig Hintze nicht.

Ohne flankierende Untersuchungen, beispielsweise aus der Emigrationsforschung, wären wir also für unser Erkenntnisinteresse immer noch nicht viel weiter über diesen Anfang hinausgekommen; aber auch auf diesem Forschungssektor erschöpft sich das Interesse an der deutschen Historikerin schnell. Hedwig Hintze findet lediglich eine kurze Erwähnung bei Claus-Dieter Krohn (7), ebenso bei Sybille Quack in ihren beiden Publikationen über Emigrantinnenschicksale in den USA (8); aber über die bloße Erwähnung ihres 'Falles' geht es nicht hinaus. Anders bei Peter Thomas Walther in seiner Studie über die Emigration deutscher Historiker in die USA: Obwohl, streng genommen, Hedwig Hintze hierzu nicht gehört, ist ihr ein eigenes kurzes Kapitel gewidmet.(9) Die Beschäftigung mit Otto Hintzes Bedeutung für die deutsche Geschichtswissenschaft bietet ferner ebenfalls Möglichkeiten, sich dem Schicksal Hedwig Hintzes zu nähern, wie Brigitta Oestreichs Aufsatz beweist, der die privaten, geretteten Nachlassreste berücksichtigt. Auch der Tagungsbericht der Historischen Kommission Berlin von 1983, der das Schaffen Otto Hintzes würdigt, verweist in einem kleinen Absatz auf Hedwig Hintze und beschreibt sie als sehr eigenständige Historikerin von Rang.(10)

Die Erforschung der Geschichte jüdischer WissenschaftlerInnen im Deutschland der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus (11) zeitigt für unser Interesse schon eher Erfolge, auch wenn Hedwig Hintze selber zeitlebens ihrer jüdischen Herkunft keine besondere Bedeutung beigemessen hat, denn sie wurde evangelisch getauft und entsprechend erzogen. Bisher ist auch weiter nichts bekannt über Kontakte, die sie vielleicht zu den jüdischen Frauenorganisationen, zur Frauenbewegung überhaupt gepflegt hat. Hier liegt, auch im archivalischen Bereich, noch ein weites Untersuchungsfeld vor uns. Nicht als Jüdin sozialisiert und nach 1933 zunächst in einer 'privilegierten Mischehe' lebend, erlitt sie dennoch bald das gleiche Schicksal wie Millionen anderer ausgegrenzter, vertriebener, verfolgter und ermordeter Jüdinnen und Juden in Deutschland.

Und last not least ist da die Historische Frauenforschung, die sich erst seit kürzerer Zeit mit der Geschichte des Frauenstudiums und den akademischen Karrieren von Frauen zu Beginn unseres Jahrhunderts beschäftigt und die Quellenschriften aus der Frauenbewegung daraufhin neu liest. Die neueren Arbeiten, die nun auch Hedwig Hintze als Wissenschaftlerin in den Blick nehmen - so Sproll und Timm 1992, Faulenbach 1994 und Schöck-Quinteros 1995 (12)- verweisen auf die mehrfach aufgebauten Hindernisse im wissenschaftlichen Werdegang von Hedwig Hintze, die auch schon Schleier und vor allem Brigitta Oestreich formuliert hatten: Als Frau in den Anfängen des Frauenstudiums, als Jüdin im antisemitisch durchsetzten Wissenschaftsbetrieb der deutschen Universität, als Historikerin der Französischen Revolution, die eigene Interpretationswege ging, und die als Vertreterin einer modernen, Anregungen aus der Sozialforschung aufnehmenden historischen Methodik gelten kann, und viertens als politisch in europäischer, vielleicht sogar internationaler Perspektive denkende, auf Völkerverständigung und Pazifismus setzende Persönlichkeit, die wie nur wenige deutsche HistorikerInnen eine positive Haltung zu den Chancen des Versailler Vertrages erkennen ließ und zunächst vor allem deshalb zur intellektuellen Linken gerechnet wurde.
Welche der genannten Aspekte nun Hindernisse und Barrieren ausmachen, oder - anders betrachtet - welche zur Bildung der wissenschaftlichen Persönlichkeit Hedwig Hintze in prägender Weise beitrugen, das wird in unterschiedlicher Weise gesehen werden, je nach der Fragestellung, die man verfolgt.

Was Frauen in der ,Zunft' erwartete:

In der Kirchhoffschen Studie "Die Akademische Frau" von 1897 erklärt der Historiker Georg Busolt, Kiel, was seiner Meinung nach den ,richtigen' Historiker ausmacht:

"Ein lange methodisch geschulter, streng auf die Erforschung der Tatsachen gerichteter Blick, eine reife Lebenserfahrung und Menschenkenntnis, ein politisches Urteil und ein das ganze Gebiet des wirtschaftlichen, staatlichen und teilweise auch des religiösen Lebens umfassendes Wissen. Das sind Eigenschaften, die ... eine Frau ihrer ganzen Natur nach nicht besitzen kann, so daß auch die fähigste niemals sich zum Historiker eignen wird." (13) Und sein Kollege Jacob Caro aus Breslau meinte im gleichen Zusammenhang:

"Giebt man den Frauen, welche am Zuständlichen meistens die Zufälle interessieren, das Wort, so erklärt man die Revolution in Permanenz." (14) Frauen scheinen also von "Natur" aus nicht dafür bestimmt zu sein, methodisch, sachlich, gebildet und mit reifem politischen Urteil an die Erforschung der Geschichte heranzugehen! Sie provozieren offenbar die Gefahr der Revolution allein durch bloße Anwesenheit in diesem Tempel der Wissenschaft! Möglicherweise hat das den Kollegen Treitschke bewegt, eine Zuhörerin aus seinem Kolleg zu verweisen, was immerhin damals schon zu einem unfreundlichen Presseecho führte. Es handelt sich bei den Statements wohl um die vorherrschende Meinung in Historikerkreisen, jedenfalls noch 1897, als die Kirchhoffsche Studie erstellt wurde. Das bewog schließlich Historikerinnen wie Ricarda Huch, in Zürich zu studieren und zu promovieren, anstatt auf Ausnahmeregelungen in Deutschland zu hoffen.

Zu der Zeit, als Hedwig Hintze ihr Studium in Berlin aufnahm, hatten sich aber die Rahmenbedingungen und die Stimmung in der Kollegenschaft des historischen Seminars schon geändert. Sie konnte nun zumeist auf verständnisvolle Lehrer hoffen, auf Wissenschaftler, welche das stereotype Frauenbild doch wenigstens ansatzweise überwunden zu haben schienen. Dennoch sah sich auch Hedwig Hintze in der Beurteilung ihrer wissenschaftliche Qualitäten noch häufig genug den alten Vorurteilen ausgesetzt. Die Widersprüche, die zu ihrer Zeit im akademischen Betrieb herrschten und weitgehend die Gutachtertätigkeiten beeinflussten, seien hier noch einmal kurz konfrontiert:

'Methodisch geschult' und 'sachlich orientiert' war Hedwig Hintze dank der hervorragenden Lehrer, die sie hatte, ganz gewiss. Zwei Jahre nach Öffnung der preußischen Universitäten für die Frauen, also 1910, zum Zeitpunkt der Immatrikulation von Hedwig Hintze, fanden sich bereits Hochschullehrer von Rang unter den Historikern, die auch Frauen unterrichteten. Ein ,umfassendes Wissen' wird man ihr ferner kaum absprechen können angesichts der Fülle der Themen, die sie im Lauf ihres gar nicht so langen Daseins als Wissenschaftlerin behandelt hat. Gebildet war sie zweifelsohne schon von ihrer Herkunft und ihrem Werdegang her. Ein 'politisches Urteil' über ihre Forschungsgegenstände hat sie allerdings gehabt und nicht verschwiegen, aber gerade das wurde ihr zumeist nicht zum Verdienst, sondern zum Nachteil angerechnet. Die Meinung des Kollegen Busolt von der Eignung der Frau zur geschichtswissenschaftlichen Betätigung war also zu der Zeit, als Hedwig Hintze sich anschickte, Geschichte zu studieren, noch nicht ganz überholt, aber spätestens in den zwanziger Jahren, als die Habilitationsschrift eingereicht wurde, hätte sie nicht mehr aktuell und akzeptabel sein dürfen. Neue Hürden wurden aufgebaut: In Umkehrung von Busolts Befürchtungen, daß die Frauen keine Fähigkeiten zur Entwicklung eines politischen Urteils über die historischen Zusammenhänge entwickeln könnten, wurden Hedwig Hintze gerade die politischen Gedanken und Überzeugungen, die in ihrer Habilitation und anderen Veröffentlichungen erkenntlich sind, zum Vorwurf gemacht, und von einigen Beteiligten wurde sogar das Habilitationsverfahren in Frage gestellt.

Im Kontext der Erforschung des Frauenstudiums in seiner Anfangsphase wird die uns die Meinung des Herrn Busolt vielleicht als Außenseiterposition erscheinen, vor allem im Vergleich zu den offenbar wesentlich aufgeschlosseneren Nationalökonomen, aber innerhalb der geschichtswissenschaftlichen Disziplin war sie durchaus noch lebendig, wenn sich auch die Argumentationen änderten. Den meisten Historikern scheint damals das Interesse der Frauen an der Erforschung der Vergangenheit befremdlich gewesen zu sein, so daß eine mehr oder weniger durchgängig abweisende Stimmung in den Vorlesungen und Seminaren geherrscht haben muß, die nicht zuletzt auch von den männlichen Kommilitonen mitverschuldet war. Der Anblick von Frauen in den überfüllten Hörsälen war offenbar anstößig, zumindest aber gewöhnungsbedürftig. Umso bewundernswerter das nie erlahmende Interesse und der Durchhaltewille der Studentinnen.

Leben und Werk von Hedwig Hintze

Mein Interesse an Hedwig Hintze wurde besonders angeregt durch einen Vortrag von Angelika Timm (15) im Dezember 1995 in Berlin, in dem es neben anderen Wissenschaftlerinnen der Universität Berlin auch um das Schicksal von Hedwig Guggenheimer (Hintze) ging. Davon ausgehend beschäftigen mich heute auch die anderen Aspekte, wie die Barrieren, die sich der Frau als Wissenschaftlerin immer noch entgegenstellten, auch nach dem Überwinden der letzten Hürde, der Habilitation. Es geht um die Problematik der Akzeptanz einer politisch engagierten Geschichtsforschung und um die Schwierigkeiten, mit neuen Theorieansätzen eine Verbindung von politischer Geschichte und Sozialgeschichte herzustellen und dafür Anerkennung zu finden. Kurz: Ein vollständiges Bild von Hedwig Hintze muss die Hindernisse Frau - Jüdin - Linksliberale - moderne Wissenschaftlerin zum Ausgangspunkt weiterführender Forschungen machen. Diese bauen auf der Bibliographie auf, die wir in Bremen erstellt haben, und basieren auf der neuerlichen Auswertung bereits bekannten bzw. noch nicht gesichteten Archivmaterials.Vor allem interessieren dabei die Kontakte, die Hedwig Hintze als politische Persönlichkeit betreffen, als da sind ihre Beziehungen zu französischen Sozialisten, zur Ligue Européenne pour la Défense de la Liberté, zu deren Fürsprecherin Hedwig Hintze in Deutschland wurde. Des weiteren interessiert mich ihr Kontakt zur Dutschen Demokratischen Partei und zur deutschen Sozialdemokratie und last not least zur Frauenbewegung - kurz, all ihre politischen Verortungen.

Es wird sich dabei ergeben, dass sehr wohl Orte und Aktionsräume da waren, in denen sie sich zu Hause hätte fühlen können. Nur gehörte sie mit ihren Interessen in Deutschland ganz offensichtlich zu einer Minderheit, fachlich wie politisch. Einem ausführlichen Telefongespräch mit Brigitta Oestreich verdanke ich den Hinweis, dass Hedwig Hintze in der Welt ihrer geistreichen ,Teegesellschaften' im Hause Hintze in Berlin aufblühte und brillierte, sich glücklich fühlte und anerkannt wusste und den geistigen Austausch nutzen konnte, dass sie sich aber in Frankreich trotz ihrer inneren und politischen Affinität zur französischen Lebensart in den ersten Jahren der Emigration unglücklich, einsam, weit unter Wert beschäftigt und wenig anerkannt fühlte. Ihre wissenschaftliche Produktivität hing eng mit ihrem geistigen Umfeld zusammen, der Berliner 'Szene', dem belebenden Diskurs, wie wir heute sagen würden. Allein auf sich gestellt in Frankreich, unter berufenen Revolutionsforschern, profitierte sie nicht mehr von ihrer 'interessanten Randständigkeit', sondern befand sich plötzlich im mainstream der französischen Revolutionsforschung als nur eine von vielen und konnte sich als Frau, Emigrantin und als Jüdin kaum dem inneren Zirkel der französischen Historikerschaft zugehörig fühlen. Über diese Zeit ihres Lebens ist bisher noch wenig bekannt. In diesem Sinne war auch Paris kein Ort für Hedwig Hintze, ebensowenig, wie es die Niederlande ab 1939 werden konnten. Und in den letzten Lebensmonaten wurde die Suche nach einem Ort, einer Bleibe, zur zentralen Überlebensfrage für Hedwig Hintze. Sie hat diesen Ort nicht mehr gefunden.

Ihr Lebensweg sei hier nur kurz geschildert. Sie wurde 1884 in München als Tochter der jüdischen Bankiersfamilie Guggenheimer geboren, die ihre Kinder evangelisch taufen ließ. Privatunterricht und höhere Töchterschule, Auslandsaufenthalte und erste Schritte in die Berufstätigkeit als Lehrerin und Autorin kennzeichnen den Lebensweg Hedwig Hintzes zunächst als übliches Schicksal einer ,höheren Tochter' der Jahrhundertwendegesellschaft. Neu ist für diese Frauengeneration das erwachende Interesse an der Wissenschaft und die Zähigkeit, mit der der Weg zu einem regulären Studium über mannigfache Hindernisse erkämpft wird.

1904 taucht Hedwig Guggenheimer als Gasthörerin in der Münchner Universität auf, 1908 geht sie nach Berlin, um sich auf das Abitur vorzubereiten, das sie 1910 besteht, und sich sofort an der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin einschreibt als Studentin der Germanistik, Geschichte und Nationalökonomie. Sie hörte u.a. bei Heinrich Herkner, Otto Hintze und Friedrich Meinecke. 1912 heiratet sie 'ihren' Professor Otto Hintze, der einen Lehrstuhl für Verfassungs- und Wirtschaftsgeschichte sowie Nationalökonomie innehatte, bei dem sie über Jahre Vorlesungen und Seminare besuchte. Zwischen den Eheleuten lag ein Altersunterschied von 23 Jahren. Hedwig Guggenheimer, verheiratete Hintze gibt, trotz zeitweiliger Unterbrechungen durch die Pflege ihres kranken Mannes und durch einen Einsatz beim Roten Kreuz im ersten Kriegsjahr 1914, ihr Ziel einer akademischen Karriere aber nicht auf. Robert Jütte bemerkt dazu, daß "die wissenschaftliche Betätigung einer Professorenfrau ... in der Weimarer Republik noch keine Selbstverständlichkeit [war]" und zitiert aus den Erinnerungen von Julie Braun-Vogelstein, einer Freundin der Familie Hintze:
"Friedrich Meinecke bat mich, die Frau eines gemeinsamen Freundes zu bewegen, ihrem leidenden Mann bei dessen bedeutenden Forschungen zu helfen, statt auf ihre eigenen Werke und die eigene Laufbahn bedacht zu sein. Sie war eine begabte und tüchtige Historikerin, die sich als eine der ersten Privatdozentinnen Deutschlands in Berlin habilitierte. An mich schloß sie sich mit großer Zuneigung an; aber wir waren sehr verschieden. Ich fühlte mich vor allem als Frau und handelte dementspechend ohne Bedauern."(16)
Julie Vogelstein referiert hier in der Erinnerung eine damals mehrfach laut gewordene Kritik an Hedwig Hintze. Man war im Kollegenkreis sehr besorgt um den Gesundheitszustand Otto Hintzes und man verstand nicht, dass Hedwig Hintze neben der liebevollen Fürsorge um ihren Mann noch das Ziel der eigenen Karriere verfolgte. Darüber berichtet eindrücklich der Aufsatz von Brigitta Oestreich von 1985. Die Auffassung von der klassischen Rollenverteilung zwischen Mann und Frau war offenbar ungebrochen, auch Julie Vogelstein scheint diese wenig hinterfragt zu haben.

Bereits in den Anfängen ihres Geschichtsstudiums spezialisiert sich Hedwig Hintze auf französische Geschichte, ganz unter dem Einfluß Otto Hintzes mit besonderem Interesse für vergleichende Verfassungsgeschichte. Dabei kamen ihr die Sprachkenntnisse dank ihres Aufenthalts in einem französischen Internat und ihre Tätigkeit als Französisch-Lehrerin in München mit Sicherheit zugute und bildeten eine Grundlage für vergleichende Verfassungsgeschichte, wie sie bei Otto Hintze gelehrt wurde. Sie immatrikulierte sich 1923 nach längerer Pause erneut, um ihre Doktorarbeit einreichen zu können. 1924 promovierte sie mit 'Summa cum laude' zum Dr.phil. Ihre Dissertation Die Municipalgesetzgebung der Constituante ist bereits ein Teil ihrer großen Studie über das Problem des Föderalismus in Frankreich, mit der sie sich 1928 - als zweite Historikerin in Deutschland nach Ermentrude Bäcker von Ranke - habilitieren konnte. "Mit dem Buch festigte Hedwig Hintze ihren Ruf als Historikerin der Französischen Revolution", schreibt Bernd Faulenbach (17). Kein geringerer als Friedrich Meinecke war von ihren wissenschaftlichen Qualitäten überzeugt - trotz der Einstellung, die er zu den 'Aufgaben der Professorenfrau' hatte, wie Julie Vogelstein zu berichten wusste.

Schon 1926 hatte er sie in die Redaktion der Historischen Zeitschrift (HZ) berufen und ihr das Gebiet der Revolutionsforschung zugewiesen. Mit ihrer Antrittsvorlesung Epochen der französischen Revolutionsgeschichtsschreibung 1929 wies sie sich auch als Methodikerin glänzend aus, nun begann eine fruchtbare Zeit als Privatdozentin an der Berliner Universität. Auch die internationale Anerkennung scheint nicht gefehlt zu haben, denn 1930 wurde sie zum Mitglied der Société d'histoire moderne in Paris berufen.
Ihre Zeit als Dozentin an der Berliner Universität dauerte aber nur viereinhalb Jahre, denn das Gesetz über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 17.4.1933 führte bald danach, am 2. September 1933, zum Verwaltungsakt der Entlassung durch die Universitätsbürokratie, also zum Verlust ihrer Lehrberechtigung. Besonders schmerzlich muss dem Ehepaar Hintze das Verhalten der unmittelbaren Fachkollegen gewesen sein: Schon vor ihrer offiziellen Entlassung aus der Universität, hatten im Mai 1933 die Herausgeber der Historischen Zeitschrift, Friedrich Meinecke und Adolf Brackmann geglaubt, die Unabhängigkeit der HZ durch die Trennung von den jüdischen Mitarbeitern, also auch von Hedwig Hintze, in vorauseilendem Gehorsam sichern zu können:

"Sehr verehrte Frau Kollegin, wir sind zu einer überaus schmerzlichen Mitteilung an Sie genötigt. Bestimmte, nicht leicht zu nehmende Andeutungen zwingen uns zu der Annahme, dass der Historischen Zeitschift heute Gefahren drohen. Wir werden den wissenschaftlichen Charakter der Zeitschrift unter allen Umständen behaupten, aber müssen in der Auswahl der Mitarbeiter fortan eine grössere Beschränkung üben, um den angedeuteten Gefahren vorzubeugen. Sie gelten nun einmal als politisch besonders belastete Persönlichkeit. Wir werden Ihren Beitrag zum neuen Hefte, unter Streichung der Namen der ständigen Mitarbeiter, noch bringen können, aber müssen sodann auf Ihre weitere ständige Mitarbeit leider verzichten. Wir sprechen Ihnen zugleich unseren wärmsten Dank für Ihre langjährige, hingebende und sachkundige Mitarbeit aus." (18)

Sie entließen damit eine Spezialistin der französischen Geschichte von Rang und konnten offenbar den völkisch gesinnten Historiker Adalbert Wahl als ihren Nachfolger nicht verhindern (wenn sie es denn versucht haben), der sich nicht zu schade war, Hedwig Hintze in einem Brief an den Verleger der HZ, den Oldenbourg Verlag, als ,widerliche Jüdin' zu bezeichnen, die ihre Berichte über die französische Revolution "in geradezu unerhörter Weise, ganz im Sinne der Blut- und Schreckensmänner und ihrer Apologeten"(19) verfasst habe. Otto Hintze kündigte auf das Schreiben Meineckes hin im Mai sofort seine Mitherausgeberschaft und verlangte, daß sein Name schon im nächsten Heft der HZ nicht mehr genannt werde. Er begründete seinen Schritt weiter wie folgt:
"Ich möchte auch den Anschein von Zugeständnissen an eine kulturpolitische Richtung vermeiden, die als ihr Ziel unter anderem proklamiert, daß das Jahr 1789 aus der Weltgeschichte gestrichen werden soll und daß in 50 Jahren in Deutschland kein Mensch mehr wissen soll, was das Wort Marxismus bedeutet". (20)

Mehrere Jahre versuchte Hedwig Hintze nun, in Frankreich Fuß zu fassen, zu arbeiten und zu publizieren. Sie fand für zwei Jahre eine Anstellung am Office de Documentation Internationale Contemporaine in Vincennes, als maitre de recherches. Finanziell wurde sie in den letzten Jahren durch ein Stipendium der Rockefeller-Stiftung und durch Zuwendungen der Alliance Israélite Universelle unterstützt. Sie verbrachte immer noch viele Monate in Berlin bei ihrem Mann in der kleineren Wohnung, die sie nach ihrer Entlassung aus der Universität im Westend bezogen hatten. Am liebsten wäre sie in die Schweiz gegangen, aber das ließ sich nicht realisieren. So emigrierte sie endgültig am 22. 8. 1939, kurz vor Kriegsbeginn, also fast in letzter Minute, in die Niederlande. Die Verhältnisse in Deutschland waren unerträglich geworden. Im März 1939 hatte sie ein Gesuch an das Institute for Displaced German Scholars gerichtet, ihr bei der Beschaffung eines Visums behilflich zu sein, aber bis zu ihrer Flucht in die Niederlande mit Hilfe des Büros Pfarrer Grüber (das Büro kümmerte sich um jüdische Angehörige christlicher Konfessionen) war ihre Sache in den USA in der Schwebe. Hedwig Hintze hatte einige Kisten Umzugsgut erhalten können und verbrachte die nächsten Monate mit mehrfachen Umzügen und den schwierigen Versuchen, eine angemessene Arbeit und ein Auskommen in den Niederlanden zu finden. Am 25. April 1940 starb Otto Hintze, seine Frau konnte nicht einmal ans Krankenbett oder zu seiner Beerdigung kommen. Vom 15. April 1940 datiert die letzte Postkarte Otto Hintzes aus einer großen Zahl von liebevollen Schreiben an seine Frau, die alle von dem engen und von gegenseitiger Achtung getragenen Verhältnis des Ehepaars zeugen. Ihre Versuche, nach Berlin zu reisen, waren gescheitert, sie hat die Heimat nicht wiedergesehen.

Über ihre Versuche, eine Einreiseerlaubnis zu erhalten, gibt es gewisse Unklarheiten: Die Personalakten der Berliner Universität tragen den Vermerk, dass sie aus dem besetzten Gebiet Holland keine Reisegenehmigung erhalten habe. Das legt den Schluss nahe, dafür die deutschen Besatzungsbehörden in den Niederlanden verantwortlich zu machen. Das kann sich dann aber nur auf Einreiseversuche beziehen, die sie nach der Kapitulation der Niederlande am 5.Mai 1940 angestrengt hat, um wenigstens ans Grab ihres Mannes gehen zu können. Es könnte sich auch um die Regelung der Erbschaftsangelegenheiten gedreht haben. Wir wissen nicht, ob schon eine frühere Einreiseerlaubnis beantragt worden und seitens der deutschen Behörden abgelehnt worden war, wir wissen nicht einmal, ob sie von dem Tod ihres Mannes, bzw. seiner schweren Erkrankung rechtzeitig unterrichtet worden ist. Neben dem Kummer um den Verlust ihres Mannes und damit der letzten Brücke zur Heimat kostete ein erbitterter Streit um ihre Erbrechte, vor allem auch um den wissenschaftlichen Nachlass ihres Mannes Hedwig Hintze ungeheuer viel Kraft. Die Verwandten Otto Hintzes spielten dabei, wie auch bei der Verwaltung seines wissenschaftlichen Erbes, eine unrühmliche Rolle. Sie hatten sich schon 1933 von der Jüdin distanziert und ließen sie jetzt gänzlich fallen. Es bleibt unklar, ob sich in ihrem Besitz noch Manuskripte Otto Hintzes befanden. Die bei den Verwandten Otto Hintzes verbliebenen Nachlassteile sind vermutlich in den Wirren des Zusammenbruchs 1945 verloren gegangen. Auch von Hedwig Hintzes Wirken sind, außer den gedruckten Texten, soweit bisher bekannt kaum Nachlässe überliefert.

Genauere Erkenntnisse über Hedwig Hintzes letzten beiden Jahre im Exil in Holland lässt die magere Quellenlage noch nicht zu. Sie hatte wohl im Herbst 1940 einen Ruf an die New Yorker New School for Social Research erhalten, aber sie konnte ihm nicht folgen, denn sie besaß kein Einreisevisum. Um dieses Visum drehten sich all ihre Bemühungen, was sehr eindrucksvoll bei Walther nachzulesen ist, aber all ihre Anstrengungen waren durch den Kriegsbeitritt der USA zunichte gemacht worden. Wir wissen aus Hedwig Hintzes letzten Lebenswochen nur, dass sie am 19. Juli 1942 vermutlich durch Selbstmord starb; eine Klinik in Utrecht bewahrte eine Krankenakte, in der auf ,Endogene Depression' erkannt wurde.

"Der Krieg hat alle Deine Aussichten ruiniert", hatte Otto Hintze ihr in seiner letzten Postkarte vom 15. April 1940 geschrieben, "es ist leider einmal so. Aber behalte den Kopf oben und beweise den Menschen, daß auch ein Jude Ehre im Leibe haben kann. Ich kenne Dich und liebe Dich." (21) Die Situation der Eheleute Hintze seit 1933 konkret zu begreifen, die Auswirkungen auf das Leben und Arbeiten zu verstehen, das Ausmaß der Anstrengungen, Ängste, Verzweiflungen und auch Lähmungen irgendwie einschätzen zu können, fällt schwer. Das Schicksal der Emigranten in nüchternen Zahlen zu erfassen, ist paradoxerweise wesentlich leichter. Aber um das Einzelschicksal Hedwig Hintzes wirklich zu erfassen, muss man es, so scheint mir, von seinem Ende her betrachten, von der Hoffnungslosigkeit und dramatischen Zuspitzung, die alles bis dahin Erreichte zunichte machte.

Die Historikerin und Autorin Hedwig Hintze

Am Anfang ihrer publizistischen Tätigkeit standen kleinere Aufsätze, wie die herbe Kritik an der bürgerlichen Mädchenbildung ihrer Zeit (Zur Erziehungsfrage, 1903) und eine Untersuchung über die ästhetische Verwandtschaft der Textdichtungen von Novalis und Richard Wagner (Neue Musikzeitung von 1905). Eine große Abhandlung im Richard-Wagner-Jahrbuch von 1907 vergleicht Wagner und E.T.A.Hoffmann. Sie schreibt bereits jetzt einen flüssigen, eleganten, gelegentlich auch überschwenglichen Stil, mit wissenschaftlichem Anspruch und auf der Basis ausführlicher Literaturarbeit. Dann tritt eine Pause ein, die durch das Studium, die Eheschließung 1912, die Rot-Kreuz-Arbeit 1914 und die Mitarbeit bei Otto Hintzes Publikationen bedingt ist. Erst 1919 tritt Hedwig Hintze wieder in Erscheinung, nämlich mit der Veröffentlichung über das Frauenwahlrecht in der französischen Revolution in der Zeitschrift Die Hilfe (22). Wir wissen, wie oben schon erwähnt, bis heute noch nicht, ob Hedwig Hintze nähere Kontakte zur deutschen oder französischen Frauenbewegung hatte. Dass sie 1919 das Thema Frauenstimmrecht in historischer Perspektive behandelt, erklärt sich aus der aktuellen Debatte. Bereits 1903 hatte sie bitter Klage geführt über den 'Bildungsnotstand' der jungen Frauen.

Die Frauenfrage stand sicher nicht im Zentrum ihrer Forschungsinteressen, aber Hedwig Hintze war ebenso offen für die zeitgenössischen Diskurse, wie sie auch die historischen genau verfolgt hatte. Schon bei dem Aufsatz zum Frauenstimmrecht zeigen sich die Früchte ihrer jahrelangen Studien zur Verfassungs- und Parteiengeschichte Frankreichs im Revolutionszeitalter, die sie einige Jahre später in ihrer Dissertation noch einmal unter Beweis stellt: Sie arbeitete nicht nur mit gedrucktem und archivalischem Quellenmaterial, sondern kannte auch den gesamten zeitgenössischen politischen Diskurs in Frankreich. Sie konnte aus einer Fülle von Fragestellungen und Aspekten der Revolutionszeit auswählen und immer interessante, neue Gedankengänge und quellengestützte Interpretationen vorbringen. Das hatte 1924 die Gutachter bei ihrer Promotion überzeugt, die sie mit Summa cum laudebestanden hatte.

Bei ihrer Habilitation, der groß angelegten Studie Staatseinheit und Föderalismus im alten Frankreich und in der Revolution wird ihre Art zu arbeiten, nämlich Quellenanalyse, Diskursanalyse und die zeitgenössische politische wie wissenschaftliche Interpretation in einem dichten Argumentationsnetz auszubreiten, ganz besonders deutlich. Kennzeichnend für ihre Interpretation ist der Verzicht auf heroisierende, das Primat der Staatsidee in den Vordergrund stellende Darstellungsweise. Ebenso wie die politischen Diskurse der Revolutionszeit die alternativen Entwicklungsmöglichkeiten der Verfassungsgeschichte aufzeigen, die Autorin also über einen möglichen anderen Verlauf der Revolutionsgeschichte reflektieren kann, so interessierten sie schon früh sozialgeschichtliche Fragestellungen, die in den Kapiteln XII und XVI ihrer Habilitationsschrift behandelt werden, aber auch in späteren kleineren Publikationen. Frappierend erscheint ihr abgewogenes politisches Urteil über den Verlauf der französischen Verfassungsgebung. Sie vertritt darin die These, dass es im zentralistischen Frankreich sehr wohl eine föderalistische Tradition gegeben habe - und noch gäbe -, die im Vorfeld und in der Frühzeit der Revolution von 1789 zu erheblicher politischer Bedeutung gelangt sei. Wäre dieser politischen Strömung seinerzeit mehr Erfolg beschieden gewesen, hätte sich die Phase des Terreur mit ihren kaum noch steuerbaren Auswüchsen vermutlich verhindern lassen. Sie begründet diese These aus dem Quellenmaterial selbst und führt als weiteren Beweis die Auffassungen verschiedener bedeutender französischer Historiker an, die ebenfalls der herrschenden Interpretationsweise, z.B. eines Hippolyte Taine, entgegentraten. Dass sie es überhaupt wagte, politische Überzeugungen, ihr Gegenwartsverständnis von dem deutsch-französischen Verhältnis, das einer gänzlichen Neuorientierung bedürfe, in ihre Forschungsergebnisse einfließen zu lassen, hat ihr hier bei der Habilitation, im Gegensatz zu den Gutachten bei ihrer Promotion (ihr Doktorvater war Friedrich Meinecke), den Vorwurf aus der Zunft eingebracht, sie vermische Tagespolitisches und Wissenschaftliches in unzulässiger Weise. Manche mehr oder weniger verborgene antifeministische und auch antisemitische Tendenz ist in solchen Kritiken enthalten. Deren Hauptstoßrichtung war aber m.E. Hedwig Hintzes nicht-revisionistisches Verständnis vom Charakter der deutsch-französischen Beziehungen. Sie hat darum innerhalb der deutschen historischen Forschung zur Geschichte der französischen Revolution eine durchaus exzeptionelle Position eingenommen und verteidigte ihre liberalen, pazifistischen und internationalistischen Auffassungen vehement auch und gerade aus ihren Forschungsergebnissen über die Frühgeschichte der Revolution heraus:

"War doch der französische Nationalismus der ersten Revolutionsjahre noch nicht egoistisch, militaristisch und imperialistisch. Genährt und getragen von einer Philosophie der Humanität, wollte er sich gleich zum Internationalismus weiten."(23) Und an anderer Stelle:
"Die Revolution ist ein aus der Vergangenheit herüberleuchtendes Ideal, mit dessen Verwirklichung die jetzt lebenden und kommenden Generationen betraut sind."(24) Es gab nicht nur Bedenken hinsichtlich der Originalität ihrer Forschungsergebnisse, als die Habilitation eingereicht wurde, was aber widerlegt werden konnte. Wie oben schon erwähnt, war wohl deutlich gemeint, dass ihr politischer Standort Zweifel an der Wissenschaftlichkeit ihrer Forschungen erzeuge. Auch eine wenig später offen ausgetragene Kritik und Erwiderung zwischen Hedwig Hintze und Heinrich von Srbik, die sich auf ihren Aufsatz Der Geist von Locarno und die historische Kritik vom Februar 1926 (25) beziehen, verdeutlicht noch mehr den Standpunkt der Zunft, die - ganz anders als 1897 der oben bereits ziterte Prof. Georg Busolt gemeint hatte - vom Historiker Abstinenz von politischer Überzeugung zu verlangen scheint! Das hat Hedwig Hintze aber nicht beirrt. Sie hat in der Folge verstärkt versucht, die deutschen Historiker mit der linken geschichtswissenschaftlichen Publizistik in Frankreich vertraut zu machen, sie hat über die französische Revolutionsgeschichtsschreibung ihre Antrittsvorlesung an der Berliner Universität gehalten und weit bis in die dreißiger Jahre hinein immer wieder dazu publiziert. Aus dieser intensiven Beschäftigung, die wir heute wohl als Versuch zur Bewältigung von Problemen des Wissenschaftstransfers bezeichnen würden, dem enge nationale Grenzen gezogen wurden, erwuchs ein neuer Forschungsschwerpunkt im Schaffen Hedwig Hintzes: Das französisch-deutsche Verhältnis in Geschichte, Politik, Kultur und Wissenschaft. Diesem Komplex, dem sich noch eine vertiefte Auseinandersetzung mit der materialistischen Geschichtstheorie zugesellte, widmete sie etliche größere Aufsätze, die in der Folge teils noch in Deutschland, teils dann schon im Exil in französischen und niederländischen Zeitschriften erschienen.

Als Expertin war sie noch einmal gefragt, als die Encyclopedia of the Social Sciences(26) fünf Artikel über Persönlichkeiten der Französischen Revolution und über das Stichwort Revisionismus brachte. In den letzten Jahren überwogen die Themen, die sich mit sozialistischen Historikern in Frankreich und deren Verbundenheit mit respektive relativ geringen Distanz zu dem Marxismus und historischen Materialismus befassten. Auch die 1927 schon erfolgte Edition der nachgelassenen Schriften von Hugo Preuß (27) verdeutlichen den breiten Horizont der wissenschaftlichen Arbeit Hedwig Hintzes. Kennzeichnend für ihre Auffassung, in der sie sich mit anderen linksliberalen Historikern in Deutschland traf, war die Einschätzung, dass in vergleichender Betrachtung der Verfassungsentwicklungen in Europa Deutschland als ,verspätete' Nation zu gelten habe; dem gegenüber vertraten die konservativen bis nationalen Historiker die Ansicht vom deutschen Sonderweg, der für die Bildung nationaler Identität durchaus positive Aspekte aufweise.

Zur Frage der Rezeption ihres wissenschaftlichen Werkes

Es ist nun wohl deutlich geworden, daß hier kein Fall eines einseitigen Spezialistentums vorlag, auch wenn sich der wissenschaftliche Ruf Hedwig Hintzes in ihrer Zeit vor allem auf ihre Forschungen zur Französischen Revolution, auf ihr Hauptwerk also, und ihre zahlreichen klugen Rezensionen dazu in der HZ und andernorts gründete. Umso unbegreiflicher die Vernachlässigung ihrer Leistungen in der gegenwärtigen historischen Forschungslandschaft! Wenn schon die deutsche Geschichtswissenschaft ihre begabte Vertreterin vergessen oder verdrängt hat, so wäre die Hoffnung berechtigt gewesen, dass wenigstens französische und US-amerikanische HistorikerInnen der Geschichte der Französischen Revolution die Arbeiten von Hedwig Hintze kennen und zu würdigen wissen. Das ist leider, von marginalen Ausnahmen abgesehen, nicht der Fall. Eine Durchsicht aller in den letzten 40 Jahren erschienenen Standardwerke zur Geschichte der Französischen Revolution erbrachten das bedauernswerte Ergebnis: Niemand hat ihre Arbeiten gekannt oder für erwähnenswert gehalten! Es ist an dieser Stelle noch zu früh, über diesen gänzlichen Ausfall einer angemessenen Rezeption schlüssige Beurteilungen abzugeben, aber mir scheint doch klar, dass die Notwendigkeit, Hedwig Hintze einen gebührenden Platz in der Geschichtswissenschaft zurückzuerobern, eine Aufgabe der heutigen Generation deutscher HistorikerInnen ist. Es wird allerdings wohl noch etwas dauern, bis die Einschätzung, wie sie Bernd Faulenbach 1994 formulierte, allgemeiner Wissensstandard wird, dass nämlich Hedwig Hintze nicht nur ein gebührender, sondern ein herausragender Platz unter den HistorikerInnen der Weimarer Republik eingeräumt werden müsse.(28)

Die Geschichtswisssenschaft, das ist schon fast eine Binsenweisheit, bedarf immer wieder einer gründlichen Überprüfung ihres historisch-politischen Standorts und ihrer Aufgaben in der Gesellschaft. Das ist in unserer Zunft nicht immer leicht gefallen. Allzuoft konnte und kann man sich im mainstream der Forschung gewissermaßen verstecken. Aufbruchstimmungen, wie z.B. nach 1968, halten sich nicht lange, es folgt zumeist schnell die Rückkehr zu herkömmlichen Strukturen und Hierarchien. Auch in den neuen Universitäten mit anfänglich anderen Perspektiven, zu denen wir Bremen ja einmal rechnen durften, kehrt unsere Disziplin heute wieder zum Gewohnten zurück: Sie verschult das Grundstudium, hält skeptische Distanz zu neuen Fragestellungen und Forschungsrichtungen und lässt sich nur schwerfällig auf den interdisziplinären Diskurs ein. Sie bietet dem wissenschaftlichen Nachwuchs nur wenig Integrationsmöglichkeiten und den Quereinsteigern oder Querdenkern kaum eine Chance. Es bedarf, wir wissen es alle, unendlicher Anstrengungen für nur ganz kleine Schritte in Richtung auf neue Themen und Fragestellungen und deren Aufnahme in den Fachkanon. Und das gilt verstärkt für die Interessen von HistorikerInnen, die sich der Erforschung des Geschlechterverhältnisses und/oder der Frauengeschichte verschrieben haben. Unsere spezifisch weiblichen Erfahrungen im akademischen Alltag scheinen mir allerdings eine gute Voraussetzung für ein vertieftes Verständnis der Situation an den deutschen Universitäten zu sein, wie sie unsere Vorläuferinnen, die ersten Studentinnen und Wissenschaftlerinnen vorfanden und durchleben mussten. Das Forschungsinteresse an dieser Thematik ist groß, wie nicht nur die Beiträge zu dieser Tagung beweisen, und das Thema hat seine unabweisbare Bedeutung als ein Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte.
Besonders wichtig und unverzichtbar scheint mir als Historikerin ein Blick darauf zu sein, was im Rahmen unseres Faches wissenschaftlich, politisch und menschlich zu verantworten ist, was uns ,belastet', was noch nicht bereinigt ist, wenn es denn zu bereinigen wäre. Dazu gehört in vorderster Linie die Verantwortung für den Exodus jüdischer WissenschaftlerInnen während der Zeit des Nationalsozialismus und für das damit verlorene wissenschaftliche Potential, aber auch ganz konkret die Verantwortung für das elende Schicksal von Menschen wie Hedwig Hintze, die unter den deutschen Historikern keine Hilfe und Unterstützung fand. In unsere Zunft wird ferner immer noch nicht genug über die Alternativen in der Forschungsgeschichte nachgedacht; man belässt im Dunkel, was auch zu seiner Zeit nicht im Rampenlicht stand. Dem Nachwuchs wird das Nachfragen und Nachforschen bis heute keineswegs erleichtert, es scheint sogar, als ob mit dem Quellenmaterial selbst restriktiv umgegangen worden sei. Es ist Zeit, Fragen zu stellen, Vorwürfe zu erheben, um deutlich zu machen, dass zur Ausbildung der jungen HistorikerInnen-Generation genaue Kenntnisse über die Geschichte der eigenen Wissenschaftsdisziplin, ihrer Licht- und Schattenseiten, gehören. Am Fall Hedwig Hintze wird das jahrzehntelange Versäumnis des Vergessens und die Schuld an ihrem aktiven Verdrängen aus der scientific community besonders deutlich.

Wir möchten uns daher in der von uns 1996 gegründeten Hedwig Hintze-Gesellschaft für historische Forschung und Bildung auf den Weg machen, die Leistungen der seinerzeit alternativen Geschichtswissenschaft ebenso wie das Schicksal ihrer VertreterInnen aufzuspüren und neu zu würdigen. Hedwig Hintze gehört an vorderster Stelle dazu. Ihre Forschungsergebnisse, wissenschaftlichen Neuansätze und ihre Persönlichkeit gehören zurückgeholt in unsere historische Allgemeinbildung und in den Kanon des zu vermittelnden Wissens. Das beinhaltet zunächst eine systematische Sammlung all ihrer Publikationen im Hedwig Hintze-Institut Bremen und sodann eine Neuedition ihrer verstreut erschienenen, schwerer zugänglichen Schriften, die in der Schriftenreihe des Hedwig Hintze-Instituts erscheinen werden. Das bedeutet auch weiterhin die Spurensuche in allen erdenklichen Archiven und Nachlässen, die bis heute noch nicht gesichtet werden konnten.

"Hedwig Hintze wird man heute", schreibt Bernd Faulenbach 1994 hoffnungsvoll und überzeugt, "als herausragende deutsche Historikerin der Französischen Revolution in der Epoche zwischen den Weltkriegen betrachten. Ihre Biographie ist aber nicht nur deshalb bedeutsam; sie verweist vielmehr - in der persönlichen, wissenschaftlichen und politischen Dimension - auf den partiellen Aufstieg und das Scheitern emanzipatorisch-demokratischer Ideen in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Am Ende dieses Jahrhunderts gibt es Grund, sich an diese Geschichte zu erinnern."(29)

Mit siebzehn Jahren, 1903, hatte Hedwig Guggenheimer in ihrem ersten Artikel über die Erziehungsfrage geschrieben:
"Wie viel hat die moderne Frau errungen! Die Eroberung der Universität ist ihr geglückt und mit eisernem Wollen voll mutigen Fleißes erklimmt sie allmählich all die Sonnenhöhen menschlicher Wissenschaft."(30) Der jungen Hedwig Guggenheimer, einer geübten Bergsteigerin, schien der Aufstieg verlockend, der Ausblick von oben atemberaubend schön. Lange war ihr der Aufenthalt auf dem Gipfel jedoch nicht erlaubt, tiefer hätte sie am Ende ihres Lebens nicht fallen können. Die Höhen der Wissenschaft wurden jedenfalls kein dauerhafter Ort für Hedwig Hintze.

Anmerkungen

* Aus: Elisabeth Dickmann/Eva Schöck-Quinteros (Hrsg.), 2000, Barrieren und Karrieren. Die Anfänge des Frauenstudiums in Deutschland, Konferenzband der Tagung "100 Jahre Frauen in der Wissenschaft", Universität Bremen 1997, trafo-Verlag Berlin
1 Schöck-Quinteros, Eva, Hedwig Hintze (1884-1942). Ein biographischer Abriss. In Frauen Geschichte . Studien und Berichte zur Historischen Frauenforschung an der Universität Bremen. H.1. 1995, S.25-27
2 Schleier, Hans, Hedwig Hintze. In: ders., Die bürgerliche deutsche Geschichtsschreibung der Weimarer Republik, Köln 1975, S.272-302
3 Oestreich, Brigitta, Hedwig und Otto Hintze. Eine biographische Skizze. In: Geschichte und Gesellschaft, 11, 1985, S.397-419. - dies. Hedwig Hintze, geborene Guggenheimer (1884-1942). Wie wurde sie Deutschlands erste bedeutende Fachhistorikerin? In: Jahrbuch des italienisch-deutschen historischen Instituts in Trient. 22.1996, Bologna
4 Für alle weiteren bibliographischen Recherchen vgl. die von Barbara Deppe und Elisabeth Dickmann erstellte Bibliographie: Hedwig Hintze (1884-1942), Bremen 1997, Schriftenreihe des Hedwig Hintze-Instituts Bremen. Nr.1
5 Puhle, Hans-Jürgen, Warum gibt es so wenige Historikerinnen? Zur Situation der Frauen in der Geschichtswissenschaft. In: Geschichte und Gesellschaft, Bd 7. 1981, S.364-391
6 Iggers, Georg G., Deutsche Geschichtswissenschaft, München 1971, S. 325
7 Krohn, Claus-Dieter, Wissenschaft im Exil. Deutsche Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler in den USA und die New School für Social Research, Frankfurt a.M. 1987, S.103 und 246, Anm. 61
8 Quack, Sibylle, Hilfe und Selbsthilfe. In: dies. Zuflucht Amerika. Zur Sozialgeschichte der Emigration deutsch-jüdischer Frauen in die USA, Bonn 1995, S.136 und Anm. 28
9 Walther, Peter Thomas, Von Meinecke zu Beard? Die nach 1933 in die USA emigrierten deutschen Neuhistoriker. Ann Arbor 1989, S. 227f. und 351-365
10 Gerhard, Dietrich, Otto Hintze - Persönlichkeit und Werk. In: Büsch, Otto und Erbe,Michael (Hrsg.); Otto Hintze und die moderne Geschichtswissenschaft. Ein Tagungsbericht. Berlin 1983, S.4-7
11 Timm, Angelika, Zur Biographie jüdischer Hochschullehrerinnen in Berlin bis 1933. Vortragsmanuskript. - Faulenbach, Bernd, Hedwig Hintze-Guggenheimer (1884-1942). Historikerin der französischen Revolution und republikanische Publizistin. In: Hahn, Barbara (Hrsg.): Frauen in den Kulturwissenschaften, München 1994, S. 136-151. - Jütte, Robert, Hedwig Hintze (1884-1942). Die Herausforderung der traditionellen Geschichtswissenschaft durch eine linksliberale Historikerin. In: Grab, Walter (Hrsg.): Jahrbuch des Instituts für deutsche Geschichte. Beiheft 10. 1986: Juden in der deutschen Wissenschaft. S.249-279
12 Sproll, Heinz, Französische Revolution und Napoleonische Zeit in der historisch-politischen Kultur der Weimarer Republik. Geschichtswissenschaft und Geschichtsunterricht 1918-1933, München 1992. - Timm vgl. Anm.11.- Faulenbach vgl. Anm.11. - Schöck-Quinteros vgl. Anm. 1.- Stephan, Inge, Das Schicksal der begabten Frau im Schatten berühmter Männer, Stuttgart 1989, S.143-156
13 Kirchhoff, Arthur, Die akademische Frau, Berlin 1897,S. 185
14 ebd. S. 186f.
15 vgl. Timm 1992
16 Jütte 1986, S. 251 Anm. 9
17 Faulenbach 1994, S.142 f., vgl. Anm. 11
18 Brief Meineckes an Hedwig Hintze vom 20. Mai 1933, handschriftlicher Entwurf, aus dem Nachlass Meinecke, 23, GSPK, zit. nach Walther , 1989, S.227
19 vgl. Jütte, 1986, S. 252f.
20 Brief Otto Hintzes aus dem Nachlass Meineckes, vom 21.Mai 1933, GSPK 23, zit. nach Walther, 1989, S.228
21 Walther, 1989, S. 358f.vgl. Anm. 9
22 Hintze, Hedwig, Die Frage des Frauenwahlrechts in der Französischen Revolution. In: Die Hilfe, H.11, 1919, S.132-134; Nachdruck in: FrauenGeschichte, Heft 1, 1995, S. 21-24. Vgl. für alle Literaturnachweise von H.H. die oben schon genannte Bibliographie Hedwig Hintze, 1997, S. 11-26 , chronologisch geordnet, und S.35 - 46, thematisch geordnet, sowie die von ihr verfassten Rezensionen S.47-51
23 dies. Die Krise des Liberalismus in der Französischen Revolution, In: Wille und Weg, 1.1925/26, S.594
24 dies. Einleitung zu Alphonse Aulard: Politische Geschichte der Französischen Revolution, München 1924, Bd I, S.XIII
25 dies., Der Geist von Locarno und die historische Kritik, in: Frankfurter Zeitung vom 14.2.1926
26 dies., 5 Artikel in der Encyclopedia of Social Sciences, New York 1934, Vol. 13 und 15.
27 Preuß, Hugo, Verfassungspolitische Entwicklungen in Deutschland und Westeuropa. Historische Grundlagen zu einem Staatsrecht der Deutschen Republik. Hrsg. und eingel. von Hedwig Hintze, Berlin 1927
28 vgl. Faulenbach 1994, S.151 vgl. Anm. 11
29 ebd. S.151. Nach Abschluss des Manuskripts erfuhr ich von der erfreulichen Tatsache, dass der deutsche Historikerverband im September 1998 einen Nachwuchsförderpreis beschlossen hat, der den Namen Hedwig Hintze-Preis erhalten soll. Das zeigt, dass die verschiedenen Publikationen und Aktivitäten z.B. an der Humboldt-Universität Berlin wie auch das von Eva Schöck-Quinteros und Elisabeth Dickmann ins Leben gerufene Hedwig Hintze-Institut Bremen nicht vergeblich gewirkt haben. Neben der Aufgabe, Hedwig Hintzes Werk zurückzuerobern und ihr den entsprechenden Rang in der Reihe der Fortscherpersönlichkeiten einzuräumen, haben sich die Hedwig Hintze-Gesellschaft und ihr Institut vor allem die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zur Aufgabe gesetzt.
30 Hedwig Guggenheimer, Zur Erziehungsfrage. In: Allgemeine Zeitung, München, Beilage Nr. 276 vom 3.12.1903, S.438


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